Mittwoch, 29. Oktober 2014

Der Übergang von Justin Cronin

  

Bevor Sie das Mädchen von Nirgendwo 
wurde — das Mädchen, das plötzlich auftauchte, 
die Erste und Letzte und Einzige, 
die tausend Jahre lebte —,
 war sie nur ein kleines Mädchen aus Iowa und hieß Amy. Amy Harper Bellafonte.
   

_______________



Autor: Justin Cronin
Seiten: 1.024 Seiten
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31170-5
Preis: € 22,95 [D] | € 23,60 [A] | CHF 32,90
Cover: ???



Das Mädchen Amy ist gerade einmal sechs Jahre alt, als es von zwei FBI-Agenten entführt und auf ein geheimes medizinisches Versuchsgelände verschleppt wird. Man hat lange nach Amy gesucht: der optimalen Versuchsperson für ein mysteriöses Experiment, das nichts Geringeres zum Ziel hat, als Menschen unsterblich zu macuhen. Doch dann geht irgendetwas schief — völlig schief. Von einem Tag auf den anderen rast die Welt dem Untergang entgegen. Und nur eine kann die Menschheit vielleicgt noch retten: Amy Harper Bellafonte.

Einmal durchs Regal


Nebenaufgabe Oktober

Lest ein Buch in dem entweder Vampire, Geister, Zombies und/oder Werwölfe

eine Rolle spielen 

 

 

Die Story:
Die sechsjährige Amy Harper Bellafonte wird von ihrer verzweifelten Mutter schweren Herzens in einem Nonnenkloster zurückgelassen. Schon hier erkennen die Nonnen, dass Amy etwas anders is als gewöhnliche Menschen. Die zwei FBI-Agenten Wolgast und Doyle entreißen jedoch das stumme Mädchen aus den Armen der ebenfalls recht mysteriösen Schwester Lacey. Wolgasts Aufgabe ist es Amy zu einer abgeschiedenen Militärbasis zu bringen. Dort soll Sie an einer streng geheimen Versuchsreihe teilnehmen, die zum Ziel hat dem Menschen durch einen Virus zur Unsterblichkeit zu verhelfen. Wie zu erwarten gerät jedoch alles außer Kontrolle und die Zombie-Vampir-Apokalypse bricht los. Die Zwölf, Amys Vorgänger, gescheiterte Experimente und Vampir-ähnliche Zombiegestalten, sind aus der Militärbasis ausgebrochen und leiten den Untergang der Welt, wie wir sie kennen, ein.
Wolgast bringt Amy nur knapp aus diesem Chaos heraus, aber der Virus hat Sie verändert. Amy und Wolgast sind auf der Flucht und verstecken sich vor Allem und Jedem. Doch auf einmal ist Amy auf sich allein gestellt und streift für fast 100 Jahre allein durch die Welt, bis sie auf Peter und seine Kolonie in Kalifornien trifft.

Mein Eindruck:
Es ist der erste Teil der Passage-Trilogie und ein verdammt fetter Wälzer. Das Buch strotzt nur so vor Detailreichtum und leider auch Schachtelsätzen. Ich hatte die Ehre die ersten 200 +/- ein paar Seiten vorlesen zu dürfen. Ich bin jetzt nicht gerade der beste Vorleser, aber so oft bin ich noch nie über meine eigene Zunge gestolpert. Still gelesen war es für mich um einiges einfacher. Man könnte sagen, dass Justin Cronin es etwas mit den Beschreibungen übertreibt und dabei die Handlung vergisst. Für mich persönlich war es eine gelungene Unterstützung für die melancholische Endzeitstimmung, auch wenn es anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist. 
Das Buch mag wie ein Zombie-Vampir-Apokalypse-Film aufgebaut sein, hat dabei aber wenig von der Aktionschiene. Die aufregenden Szenen sind recht kurz und lassen lang auf sich warten. Mehr als die Hälfte des Buches ging für den Aufbau der Handlung drauf, so dass man am Ende dieses Buches das Gefühl hat: "Jetzt gehts erst so richtig los!" In seinem Detailreichtum hat Cronin nicht nur viel Wert auf die Umgebung sondern auch den Ausbau der Charaktere gelegt. Und damit meine ich nicht nur die Hauptfiguren, dessen Rolle nicht nur, wie man vermuten mag, Amy zusteht. Amy kommt sogar eine ganze Weile gar nicht vor. 
Die Charaktere haben alle mit ziemlich vielen Problemen zu kämpfen. Und dabei meine ich nicht einmal die Infizierten Virals sondern vorallem seelische Probleme. Wer bin ich? Was soll ich tun? Was ist meine Bestimmung? Sind wir die Letzten? Gibt es noch Rettung? - usw. 
Trotz der vielen seelischen Fragen wurde mir das Buch nie langweilig und ging mir auch nicht auf den Keks. Besonders hervorzuheben ist der Switch zwischen normalen Erzählstil, Tagebuch-Schriften, E-Mails, Militärberichten und Gesetzestexten. Das Buch ist in 10 Teile eingeteilt und verkörpert die verschiedenen Phasen der "Apokalypse". Am Ende des Buches wird klar: Das ist erst der Anfang. Der Krieg beginnt hier und jetzt. Alles, was bisher geschah, führte zu dieser Entscheidung und Manchem scheint dieses Schicksal schon vor 100 Jahren vor ihrer Geburt vorherbestimmt gewesen zu sein.

Mein Fazit:
Wer nicht die Ausdauer hat sich durch so einen seitenstarken Wälzer zu kämpfen, Beschreibungen und Vergangenheitsaufarbeitung nichts abgewinnen kann und mehr auf aktionreiche Handlung steht, sollte die Finger von diesem Werk lassen. Allen anderen kann ich dieses Buch nur empfehlen. Ich empfinde diese Zombievampire sogar eher als antiklischeehaft  und interessant. Ich frage mich noch immer, ob die Bösartigkeit der Virals nicht eher ein Wesen der Zwölf oder der Natur des Virus ist. Man kommt richtig in Endzeitstimmung.

Der zweite Teil der Passage-Trilogie - Die Zwölf -  ist bereits erschienen.


Freitag, 3. Oktober 2014

The Desert Spear von Peter V. Brett (Demon Cycle Band 2)




Peter V. Brett is one of my favourite new authors. 
Patrick Rothfuss

Two saviours.
Two armies ready to fight the darkness.


___________________



dt. Titel: Das Flüstern der Nacht
Autor: Peter V. Brett
Seiten: 781 Seiten
Verlag: Harper Voyager
ISBN: 978-0-00-727617-2
Preis: £7,99
Cover-Art:  awesome, aber Artist noch nicht gefunden




Out of the southern desert rides Ahman Jardir, a warrior king who has claimed the title Shar'Dama Ka, the Deliverer reborn. A vast army marches in his wake, intent on holy war against the demon plague and determined to recruit others to their cause, willing or not. But the Northerners have named their own Deliverer: the Painted Man, a dark, forbidding figure, whom the Shar'Dama Ka once called brother.

Betrayal has turned the two friends into fierce adversaries, and only time will tell who is strong enough to withstand the might of the demons as they strive to obliterate humanity's defences once and for all.

__________________________________________


Story:

Im zweiten Buch des Demon Cycles steht der Fokus, wie der Titel schon vermuten lässt, auf dem Desert Spear, die Wüstenstadt und somit Jardir. Schon im ersten Buch The Painted Man konnten wir Bekanntschaft mit dieser Figur machen, aber wer wirklich hinter dieser Person steckt war eher mysteriös. In The Desert Spear wird die Geschichte von Jardir als Kind, seine Beziehung zu Abban den "unwürdigen" Khaffit und natürlich seinem Aufstieg zum Kriegerkönig des Wüstenvolkes erzählt. Eine weitere wichtige Figur wird hier auch mehr in den Vordergrund gestellt: Inevera, eine mysteriöse Wahrsagerin, die noch eine sehr wichtige Rolle in Jardirs Leben einnehmen wird. In Teil eins des Buches beschäftigen wir uns also hauptsächlich mit Jardirs Vergangenheit vor dem Zusammentreffen mit Arlen. Die Handlung schwenkt zurück zu Arlen, Leesha und Rojer, die nun Cutter's Hollow zu einer Hochburg für den Kampf gegen die Dämonen aufbauen. Arlens Ziel ist die Sicherung des Dorfes, um dann möglichst schnell zu verschwinden. Anders als Jardir sieht er sich nicht als Deliverer, also Erlöser der Menschheit, und distanziert sich von diesem Titel. Aber seine Taten und vorallem sein Äußeres bringen die Menschen dazu zu glauben, dass nur der Deliverer seine Fähigkeiten haben kann.
Der Konflikt wird also immer präsenter: Auf der einen Seite steht Jardir, der seinen prophetischen Daylight War führt und dabei seinen prophezeiten Titel des Deliverers als in Stein gemeißelt annimmt. Er zwingt die Menschen zum Kampf gegen die Dämonen, ob sie nun wollen oder nicht. Wer nicht kämpft hat in dieser Welt nichts zu suchen.
Auf der anderen Seite Arlen, der Painted Man, der so gar nichts mit dem Titel des Deliverers zu tun haben möchte. Sein Ziel ist es, dass jeder der gegen die Dämonen kämpfen will, auch die Möglichkeiten und das Wissen zur Verfügung stehen hat. Aber eben das Teilen seines Wissens über Wards und Waffen stärken den Glauben der Nordländer, dass der wahrhaftige Deliverer zurückgekehrt ist.

Mein Eindruck:

Durch Jardirs Geschichte erhält man einen besseren Einblick in das Denken des Wüstenvolkes und was Jardir dazu bewogen hat Arlen zu verraten. Jardir erscheint somit weniger wie ein Monster sondern vielmehr wie ein Opfer seiner Mentalität. Im Verhältnis zu seinen Mitmenschen ist Jardir nämlich eher ein zahmes Kätzchen. Jedoch wünscht man sich nach gut 200 Seiten doch irgendwie Arlen zurück.
Wenn das dann endlich geschieht, freut man sich wie ein Schneekönig, wobei mir Leesha und ihre Mutter und deren Gelaber (wer wen doch endlich mal flachlegen soll oder nicht) irgendwie nur auf den Sack ging. Rojer ist bei dem Ganzen der Leidtragende.
Das große zentrale Thema ist natürlich der Konflikt, wer nun der wahre Deliverer ist, denn wie bei Highlander: Es kann nur EINEN geben!
Ja Gott, aber warum denn? Zwei sind doch viel besser als einer! *Haare rauf*
Wo Jardir zu zuversichtlich ist, erscheint Arlen zu zaghaft. So gleichen sich die beiden Charaktere perfekt aus und man fragt sich ernsthaft: Jungs...warum kämpft ihr nich einfach zusammen und pawned alles weg? Aber dann wär ja die Story schon zu Ende, ich weiß! Es wär trotzdem cool!
Da ich leider nicht zu viel spoilern will, sag ich nur so viel: Ich liebe Rojer und Renna. Die Stories der beiden sind, vielleicht übertreib ich hier, aber egal, EPISCH!

Fazit:

Ich.Liebe.Peter.V.Brett! Ich habe dieses Buch vor einigen Jahren im Ultra Comix entdeckt und sofort mitgenommen. Das Cover und der Klappentext haben mich sehr übezeugt. Leider war das aber der zweite Band....lang hat es gedauert bis ich es jetzt endlich lesen konnte. Und ich muss sagen: Es ist einfach nur episch! Es wird nie langweilig. Fantastische Fantasy für Jung und Alt! Ich liebe Peters Schreibstil, deswegen kann ich nur jedem empfehlen: Lest den Demon Cycle auf Englisch! Ich bin schon beim nächsten Teil, dem Daylight War, und genauso gefesselt wie zuvor.

Zwar hat dies nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun, aber das Cover-Art der englischen Ausgaben gefällt mir sehr. Es sind bereits die ersten 3 Bücher des Demon Cycles erschienen, der vierte Band soll im März 2015 auf Englisch erscheinen.

Band 3
Band 1
Band 2

Band 4 erscheint im März 2015

vorläufiges Cover

Samstag, 23. August 2014

Chill mal, Frau Freitag - aus dem Alltag einer unerschrockenen Lehrerin - Frau Freitag




Das rappende Klassenzimmer

Eine der Lieblingsbeschmimpfungen aller Schüler ist ja Spast. Jedes Mal, wenn ich das Wort höre, frage ich die Schüler: "Weißt du denn, was ein Spast ist?" Und ich bekomme immer die gleiche Antwort: "Ja, klar. Ein Spast ist ein kleiner Vogel." Da steht also ein riesiger arabischer Schüler vor mir, wahrscheinlich mit Totschläger und Messer in der Tasche und einer kiloschweren Schüler- und Polizeiakte, und denkt, ein Spast sei ein kleiner Vogel.

Frau Freitag ist Klassenlehrerin einer überdrehten und recht leistungsschwachen 9. Klasse in einer deutschen Großstadt. Ihr Alltag ist absurd-komische Realsatire - verrückt, anrührend und vor allem sehr lustig.
 
_____________  
 
Autor: Frau Freitag
Verlag: Ullstein 
Seiten: 336 Seiten
Preis: € 9,99 [D] | € 10,30 [A]







Die Story:

Frau Freitag, Gesamtschulen Klassenlehrerin einer Problemklasse mitten in der deutschen Großstadt. Ihre einzigen Verbündeten: Frau Schwalle und Fräulein Krise. Ihr Gegner: "[...]Blutdruck-Yusuf, der hyperaktive Dschingis, die neurotische Christine und viele andere Schüler, die nicht genau wissen, was ihnen lieber ist: ihre deutsche Heimat oder ihr türkisches Herz."
Und trotzdem liebt Frau Freitag ihren Beruf. Etwas Anderes kommt für sie gar nicht in Frage. Aber wie bändigt man einen Haufen voller Spezialfälle mit den Kollegen im Nacken, die dich wegen deiner Klasse immer schief anschauen?

Mein Eindruck:

Chill mal Frau Freitag ist das erste Buch einer Reihe von Frau Freitag. Laut Buch wirklich eine Lehrerin, die 1968 geboren wurde und schon immer diesen Beruf ausüben wollte. Sie unterrichtet Englisch und Kunst an einer Gesamtschule in einer deutschen Großstadt. So ganz sicher ist man sich allerdings nicht wie weit das erfunden ist. Zum Teil erscheint es mir manchmal etwas unglaubwürdig, dass Sie wirklich Lehrerin sein soll.

Durch Ihre Anonymität kann Sie aber unerkannt bleiben und somit mehr eigene Ansichten einfließen lassen, die sonst als Lehrer unangebracht wären. Durch die Erwähnung "Hackepeter" vermute ich mal Ostdeutschland. Und bevor hier irgendwer auf die Idee kommt: "Hey, nich auf Ossis rumhacken..." ich bin auch Ossi und stolz drauf, auch wenn ich nicht mehr in den neuen deutschen Bundesländern wohne.

An sich ist das Buch, mit ein paar Ausnahmen, wahnsinnig witzig. Die Ausnahmen: Es tut mir leid, aber mit manchen Aussagen und Ansichten von Frau Freitag bin ich einfach nicht konform und deswegen finde ich sie auch nicht lustig. Thema Lieblingsschüler und Benotung, um nur eins zu nennen. Neutral gesehen ist das vielleicht lustig, wenn ich aber daran denke, dass es wirklich so zugeht in deutschen Schulen, und sorry so ist es leider, dann finde ich das echt schwach, ungerecht und gar nicht lustig.

Aber es gibt wirklich eine Menge Aspekte, die dieses Buch wahnsinnig amüsant machen. Frau Freitag macht ein Experiment um Schimpfwörter abzuschaffen, indem Sie die Ausdrücke aufzählen und sich die Bedeutung, wen diese Wörter verletzen und wie verletzend sie sind erklären lässt. Geht natürlich nach hinten los, aber der Weg dahin ist einfach nur zum Schießen. Da viele Schüler in Frau Freitags Klasse einen Migrationshintergrund haben, ist natürlich auch das "Türkendeutsch" sehr präsent. Die Komik die dadurch entsteht hat etwas von Türkisch für Anfänger oder Fack ju Göhte.

Auch wenn man mal den Eindruck gewinnen kann: Mein Gott bist du blöd! So wachsen einem die Schüler immer mehr ans Herz und man beginnt sie zu verstehen. Denn hinter der Fassade steckt meist mehr als nur leeres dummes Gelaber und der Mensch ist und bleibt nunmal ein Rudeltier.

Frau Freitag ist Bloggerin auf wordpress. Wer sich mal Ihre Art zu schreiben ansehen und mehr über sie in Erfahrungen bringen möchte, sollte einfach mal Na wie wars in der Schule? - wie immer... reinschauen.

Mein Fazit:

Wer die Filme Türkisch für Anfänger oder Fack ju Göhte mochte, für den gehört dieses Buch einfach ins Bücherregal. Man sollte das Buch nicht allzu ernst nehmen und muss über gewisse Ansichten hinwegsehen, dann steht dem Leseerlebnis nichts im Wege.

Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt - Stephan Orth & Antje Blinda

>>Bei uns erleben Sie zwei Landungen zum Preis von einer!<<

Piloten ohne Orientierung, abstürzende Bordcomputer, Kühe auf der Landebahn: So manche Durchsage aus dem Cockpit treibt selbst erfahrenen Passagieren die Schweißperlen auf die Stirn. Hunderte Leser haben ihre Anekdoten aus der Flugzeugkabine an SPIEGEL ONLINE geschickt. Die besten und lustigsten Sprüche sind in diesem Buch versammelt. Also schnallen Sie sich an, klappen Sie dieTische hoch, und stellen Sie die Sitzlehnen aufrecht. Denn: Meine Damen und Herren, das wird ein holpriger Ritt!

________________________________

Autor: viele anonyme Flugreisende, deren Texte von Stephan Orth & Antje Blinda zu diesem Buch zusammengefasst wurden.
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3-548-37326-3
Seiten: 192 Seiten
Preis: € 7,95 [D] | € 8,20 [A]





Story:

Kurz und knapp:
Ganz kurze humorvolle Geschichten und Sprüche aus den Flugzeugkabinen dieser Welt - von verbalen Ausrutschern, Situationskomik und haarsträubenden Erlebnissen ist alles dabei.

Der Aufruf von Spiegel Online:
Was haben Sie auf Flugreisen erlebt? Bei welchen Ansagen aus dem Cockpit verschlug es Ihnen den Atem, wann mussten Sie schmunzeln?
Schildern Sie uns Ihre Erfahrungen - und mailen Sie sie an pilotensprueche@spiegel.de. Die besten Einsendungen werden auf SPIEGEL ONLINE veröffentlicht. Mit der Einsendung erklärt der Absender, dass er die Rechte an dem Material besitzt und mit der Veröffentlichung einverstanden ist.

Auch weiterhin gilt dieser Aufruf. Und was nicht in diesem Buch zu finden ist oder in einem der anderen neueren Ausgaben, kann man sich auf der SPIEGEL ONLINE Seite anschauen.


Mein Eindruck:

Ich bin nicht gerade der Vielflieger. Momentan habe ich gerade mal vier Inlandsflüge mit Germanwings hinter mir. Vor meinem ersten Flug war ich wahnsinnig aufgeregt, was sich schnell gelegt hat und den Rückflug weit entspannter ausfallen lies. Der Dritte war weniger entspannt, da ich versehentlich noch vom Picknick vor einer Woche ein Messer im Rucksack stecken hatte. Dem enstprechend geschockt war ich bei der Handgepäckkontrolle. Seit dem bin ich nie wieder geflogen. Aber gut dass die Kontrolle nicht nur zum Spaß da ist.

So ähnlich geschockt sind einige Passagiere wenn sie Sachen hören wie: "Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt." oder einfach mal ahnungslos hinters Steuer gesetzt werden, damit sich der Pilot einen Kaffee holen kann. Da fiebert und fühlt man richtig mit, aber schmunzeln muss man dann doch ein wenig, wenn man bedenkt dass im Nachhinein doch alles gut gegangen ist. Skurril ist es trotzdem!

Auch diverse Versprecher, die glatt von mir stammen könnten: "Bitte lassen Sie Ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt! Unbeaufsichtigte Kinder werden entfernt und möglicherweise zerstört." oder Witzbolde im Cockpit, die Sprüche drauf haben wie: "Bei einem Druckverlust ziehen Sie eine der Stewardessen ganz zu sich heran und drücken Sie sie fest auf Mund und Nase." bringen einen doch immer wieder zum lachen oder zumindest schmunzeln.

Nach diesem Buch bin ich davon überzeugt, dass Piloten entweder zu gelangweilt, noch nicht ganz aus der Pubertät sind einfach nur zur Kategorie Klassenclown gehören. Oder warum erklären sie beispielsweise den Passagieren, dass Ihre Chefstewardess seit fünf Jahren Single und der Meinung ist, dass alle Männer untreu sind. Daraufhin erklärte er. "Da die Maschine voll mit Geschäftsleuten ist, drückt jeder Mann, der nicht dieser Meinung ist, den Serviceknopf über sich." Natürlich musste die Arme unter johlen und Applaus an fast jedem Platz den Serviceknopf wieder ausschalten.

Sehr nützlich: Vor jedem Kapitel gibt es eine kurze Einleitung zur Thematik und am Ende eine kleine Infobox wie zum Beispiel: "Was bedeuten die Geräusche beim Fliegen?".


Mein Fazit:


Wahnsinnig lustig! Keine der Geschichten ist wirklich makaber und alle Storys gehen gut aus. Ich habe dieses Buch einer Kollegin ausgeliehen, die Ihren ersten Flug noch vor sich hatte (mit etwas Bammel natürlich), aber selbst Sie war danach tiefenentspannt und empfand es als sehr amüsant. Besonders gut geeignet zum kurzen Lesen für Zwischendurch und einfach mal abschalten. Für den Umfang von unter 200 Seiten ist es aber recht teuer.










Donnerstag, 7. August 2014

Der Tänzer der Schatten von David Dalglish





Die Schattenkriege beginnen.

Er ist der Schatten, der über der Stadt Veldaren liegt. An seiner Klinge klebt Blut, aber sein Verstand ist die weit gefährlichere Waffe. Meuchelmörder, Spione und Diebe fürchten seinen Namen. Und doch ist er einer von Ihnen. Er ist der Wächter, und dies ist seine Geschichte.

_______________________


Autor: David Dalglish
Original-Titel: A Dance of Cloaks
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-442-38322-1
Seiten: 544 Seiten
Preis: € 14,00 [D] | € 14,40 [A] | CHF 20,90 
Coverart: Isabelle Hirtz, Inkcraft   
unter Verwendung einer Fotografie von Katrin Diesner 



»Dalglish gehört zu den einflussreichen Vertretern einer neuen Generation an Fantasyautoren und spielt in der selben Liga wie Peter V. Brett ind Brent Weeks.« fantasy-faction.com

_________________________________________________

Story:

Es herrschen drei mächtige Familien in der Stadt Veldaren, neben dem König selbst. Sie werden die Trifect genannt und stellen sich durch Ihren Reichtum und dem daraus folgenden Einfluß mit den Göttern gleich. Nur die Diebesgilden wagen es sich ihnen in den Weg zu stellen. Thren Felhorn, der Gildenmeister der Spinnen und grausamster aller Diebe, strebt einen Bund zwischen allen Gilden an, um die Trifect auszulöschen und selbst über Veldaren zu herrschen. Der Krieg zwischen den Schatten und den Trifect hält schon zu lange an und das Ende naht. Währenddessen bildet Thren seinen Sohn zum perfekten Killer aus. Dies ist sein Vermächtnis das er der Welt hinterlassen will, ein Erbe mit Blut getränkt. Doch der 13-jährige Aaron fängt langsam an zu zweifeln, ob sein Vater das Richtige tut.

Mein Eindruck:

Der Tänzer der Schatten ist der Anfang der Shadowdance-Reihe, die im Englischen breits vier Bände umfasst. Ich muss zugeben, dass ich bereits mehrere Tage um das Buch herumgeschlichen bin, in der Annahme ich wäre stark genug zu widerstehen. Leider falsch gedacht. Das Cover erinnerte mich stark an Brent Weeks Nightangel Trilogie und ich liebe dieses Design einfach! Zusätzlich brachte mich die Beurteilung von fantasy-faction.com auf der Rückseite des Buches noch mehr in Versuchung, da sie David Dalglish mit Brent Weeks und Peter V. Brett vergleichen. Beide sind einfach großartige Autoren, aber natürlich kann man nie wissen wie sehr man diesen Beurteilungen Glauben schenken kann. Dennoch griff ich zu und fing schon in der Straßenbahn an zu lesen.
Ich muss zugeben, dass ich kein Freund des Lesens in Öffentlichen Verkehrsmitteln bin, aber was soll ich sagen...Es war wirklich spannend. Natürlich liebe ich Geschichten über Diebe, Assassinen, Meuchelmörder, Schattenwesen etc., aber es muss auch passen. Und es hat gepasst.
Zu meinem Überraschen floß weit mehr Blut als angenommen und obwohl ich normalerweise nicht so schreckhaft bin, wenn es um Bücher geht, musste ich einige Male schon zusammenzucken. Bestimmte Situationen hatte ich mir doch etwas zu realistisch vorgestellt als beabsichtigt. Ich rutschte also immer tiefer in das Sofa oder zuckte unwillkürlich in der U-Bahn zusammen. Sicher ein lustiger Anblick.
Trotzdem gab es auch einige wenige Mankos. Zum einen war ich der Meinung gewesen, dass Aaron der Hauptcharakter dieses Buches ist. Jedoch nehmen eher sein Vater und viele andere zahlreiche Nebenfiguren diesen Part ein, was ich zu Anfang etwas schade fand. Je weiter die Story fortschritt umso mehr machten die vielen Figuren Sinn. Ich empfand es als immer weniger lästig und wartete nicht mehr fieberhaft auf den nächsten Teil mit Aaron.
Alle Charaktere sind mir ans Herz gewachsen und anders als erwartet verspürte ich keine Antipathie für die Trifect oder Thren. Jeder hat seinen ganz eigenen Standpunkt. Jeder ist auf seine Art das Gute oder auch das Böse. Ich wusste nicht für wen ich Partei ergreifen sollte und das war gut. Selten habe ich so etwas in einem Buch erlebt. Der Schreibstil hat mir besonders gefallen: Es erinnert mich im Deutschen ein wenig an Jugenbuchstil, aber an vielen Stellen tauchen vulgäre Ausdrücke und makabere Beschreibungen auf. Ich vermute, dass die englische Original-Ausgabe einen derberen Ton trägt und die Stimmung des Buches besser zur Geltung bringt. Trotzdem werde ich die nächsten Bände in der Original-Ausgabe verschlingen. Erstens sind sie schon erschienen und ich kann es kaum erwarten zu erfahren wie es weiter gehen wird und zweitens der Stimmung wegen.
Um zu den Charakteren zurückzukommen: Es gibt wie gesagt wahnsinnig viele! - die Trifect und deren Familie, reiche machtbesessene Adlige - die Diebesgilden und ihre Anführer, Mörder und Diebe ohne ein Gewissen - Thren, der gefährlichste und gerissenste von Allen - Aaron, ein  junger talentierter Dieb, der alles tut was sein Vater sagt, bis er ihm seine Menschlichkeit verwehrt - Kayla, eine gildenlose Informantin die durch ihre Geschicklichkeit mit den Messern zu Threns rechter Hand aufsteigt - der junge paranoide König mit seinem Hauptmann als Berater, der eigentlich alle Zügel in der Hand hält - die Oberhäupter der zwei Gottheiten - die Gesichtslosen und noch viele viele mehr. David Dalglish erklärt die Flut an Figuren in seinem Nachwort. Aaron ist ein Charakter aus einer anderen früheren Reihe. Sein Vater hat ihn darauf gebracht Aaron, der immer sein Ass im Ärmel für schlimme Situationen war, eine eigene Reihe zu widmen. Gesagt getan und er tobte sich buchstäblich aus. Er brachte immer mehr Figuren und Handlungsstränge ins Spiel. Author gone wild! sozusagen und veröffentlichte es auf eigene Faust. Es war ein totales Durcheinander mit vielen Logikfehlern, aber trotzdem, ZUM GLÜCK, sehr beliebt bei seiner Leserschaft. Dieses Buch, was ich nun lesen durfte, ist eine überarbeitete Fassung. Ich staune wie er sein eigenes Werk noch einmal dermaßen überarbeiten konnte, ohne schier den Verstand zu verlieren. Auch wenn man noch merkt, dass es etwas holprig ist, empfinde ich es als ein gelungenes Werk. Ich freue mich wahnsinnig auf den zweiten Teil.

Mein Fazit: 

Definitiv ein MUSS für alle Fans der Schatten-Fantasy! David Dalglish ist auf dem besten Weg zur Perfektion, um sich tatsächlich mit Peter V. Brett und Brent Weeks gleichstellen zu können. Es fehlt nur eine Haaresbreite, aber vielleicht hat er dies schon mit seinem zweiten Teil erreicht...wer weiß! Der Tänzer der Schatten ist ein sehr flüssiges und leicht verständliches Buch, deswegen würde ich es noch in die Jugendbuchabteilung einordnen, obwohl es teilweise etwas vulgär ist. Da es wie gesagt, eigentlich ein Experiment war, hat es trotzdem noch ein paar kleine Kinderkrankheiten, aber da kann man getrost drüber hinwegsehen.
Sonst hab ich eigentlich nur eins zu sagen: Lesen! Lesen! LESEN!

Also dann: Vielen Dank fürs Vorbeischauen und Viel Spaß beim Lesen~ ^~^v



Dienstag, 4. März 2014

Die Drachen der Tinkerfarm von Tad Williams und Deborah Beale





Eigentlich sollte es ein ganz normaler Ferienaufenthalt
 auf dem Land werden, aber was Tyler und Lucinda 
auf der geheimnissvollen Tierfarm ihres Onkels erleben
 übersteigt jede Vorstellungskraft.
 

___________________________


    
Seiten: 380 
Verlag: Klett-Cotta
Preis: 19,95€
ISBN: 978-3-608-93821-0 





Die Drachen der Tinkerfarm habe ich mir einmal zu irgendeinem Anlass von meinen Eltern gewünscht, da ich die Bücher von Tad Williams immer sehr gern lese. Darum möchte ich dieses Buch natürlich auch für die Einmal durchs Regal Challenge als Nebenaufgabe einreichen, die da heisst:

Lest ein Buch, welches ihr geschenkt bekommen oder gewonnen habt.

Da die Bücher von Tad Williams immer gleich riesen Wälzer sind, war ich diesmal recht überrascht, dass es doch so "dünn" ausfällt. Die Drachen der Tinkerfarm hatte er jedoch mit seiner Frau zusammen geschrieben und ist anders als seine anderen Werke eher in die Kinder-/Jugendliteratur einzuordnen. Die Länge des Buches ist somit vollkommen verständlich. Der Schreibstil ist auch nicht ganz so anspruchsvoll wie in seinen anderen Büchern, eben an das Alter der Zielgruppe angepasst. Es handelt sich außerdem um den ersten Teil einer Reihe. So weit ich weiß sollen es insgesamt fünf Bände werden. Der zweite Band Die Geheimnisse der Tinkerfarm ist bereits erschienen.

Die Story:
Die zwei Geschwister Tyler und Lucinda sind gezwungen Ihre Ferien in der Einöde zu verbringen. Ihr Vater hat sie schon vor einiger Zeit verlassen und Ihre Mutter versucht zwanghaft durch ein Single-Camp den Mann ihrer Träume zu finden, um der Einsamkeit zu entfliehen. Das geht natürlich nicht mit den zwei Teenagern. So kommt es gelegen, dass ihnen ein unbekannter Onkel namens Gideon anbietet die Ferien auf seiner Farm zu verbringen. Ohne die Konsequenzen wirklich zu bedenken, schickt ihre Mutter sie auf die Tinkerfarm, zusammen mit einem Buch das von feuerspeienden Kühen erzählt. Lucinda, die ältere Schwester von Tyler, ist ein typisches Teenager-Mädchen, dass sich für Stars und Sternchen interessiert und natürlich auch Jungs. Sobald aber ein Problem auftritt, versucht sie vor diesem zu fliehen anstatt sich der Sache zu stellen. Tyler dagegen, typisch Junge und ganz der Zocker, kann den ganzen Tag auf seinem Handheld GameBoss spielen. Er scheint damit verwachsen zu sein und fast jeder Gedanke endet mit diesem Gerät. Auf der Tinkerfarm entwickelt er sich jedoch zu einem abentuerlustigen Jungen, der vor nichts zurückschreckt. Neugierig erkundet er die Farm. Niemand möchte Ihnen etwas über diesen mysteriösen Ort erzählen. Doch schon am ersten Tag entdeckt Tyler die geflügelte Affenfrau Zaza, die ihn etwas zu zeigen scheinen will. Unerschrocken folgt er Ihr und kann nicht glauben was er da in dem Krankenstall entdeckt - ein lebendiger Drache. Aber es gibt noch ganz andere Wesen auf der Tinkerfarm, die es zu entdecken gilt. Aber woher kommen diese Wesen? Das versuchen Tyler und Lucinda herauszufinden. Die wundersamen Bewohner der Tinkerfarm versuchen, aber genau eben dies zu verhindern.

Mein Eindruck:
Die Drachen der Tinkerfarm ist meiner Meinung nach ein sehr schönes Jugendbuch. Die Story ist sehr angenehm und einfach geschrieben. Durch die eher geringe Seitenanzahl lässt es sich locker in ein bis zwei Tagen durchschmökern. Dabei kann man bequem den Geist und die Seele baumeln lassen. Da das Buch aus der Sicht beider Kinder geschrieben wurde und man Einblick in beide Gedankenwelten bekommt, können Kinder bzw. Jugendliche sich sicherlich gut mit den zwei Hauptcharakteren identifizieren. Tyler und Lucinda sind einem sofort sympathisch. Man spürt die Wandlung und Aufregung dem langweiligen Alltagstrott endlich entfliehen zu können. Endlich passiert etwas in ihrem Leben. Sie erleben unfassbare Dinge und entkommen ihrer eigenen festgefahrenen Rolle. Auch als Geschwister kommen die Beiden sich näher als je zuvor, merken was für ein gutes Gespann sie doch eigentlich sind und dass sie sich aufeinander verlassen können. Die Rolle der Drachen und deren Rolle entsprechen nicht ganz meinem persönlichen Geschmack. Die Tinkerfarm fungiert wie eine Art Zoo für phantastische Wesen und genauso wirken die Drachen auch - wilde Tiere, aber dennoch gezähmt. Mir fehlt etwas das Bestialische. Dennoch sehr gut umgesetzt und es ging mir auch nicht auf die Nerven, da es nicht zu sehr verniedlicht wurde. Zu meiner Überraschung war mir an einer Stelle des Buches sogar etwas mulmig im Bauch und musste michb gruseln. Ich bin normaler Weise kein Fan von Horror und Psycho-Stuff, aber da war es gut platziert.

Was mir besonders gefallen hat, waren die Bleistift-Zeichnungen von Jan Reiser, die am Anfang jedes Kapitels einen Ausblick auf das nächste Kapitel geben. Ich habe hier ein paar besonders schöne Beispiele in Bildform für euch. Ganz rechts seht ihr die geflügelte Affen-Dame Zaza, die mir in der Geschichte recht ans Herz gewachsen ist.

made by Jan Reiser

Wer sich für Jan Reiser und seine Zeichnungen interessieren sollte, kann einfach mal auf seiner Hompage oder seinem Blog vorbeischauen.

Mein Fazit:
Tad Williams und Deborah Beale haben hier gute Arbeit geleistet. Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen kann ich dieses Fantasy-Jugendbuch nur wärmstens empfehlen. Tyler und Lucinda sind zwei wirklich liebenswerte Hauptfiguren, die euch auf eine Spurensuche der anderen Art mitnehmen werden. Viele phantastische Wesen und Wunder erwarten euch. Das Buch hat aber auch seine düsteren Seiten, was es zu einem vielseitigen Wegbegleiter für entspannte Stunden macht. Ganz klar: Wer auf Drachen steht sollte hier natürlich kräftig zulangen. Für die Liebhaber von schön ausgearbeiteten Büchern empfehle ich die deutsche Hardcover Ausgabe von der Hobbit Presse Klett-Cotta. Die wunderschönen Illustrationen geben euch bildlich einen noch besseren Blick auf die Geschehnisse.
Der zweite Teil der Reihe Die Geheimnisse der Tinkerfarm steht schon jetzt auf meiner To-buy Liste.

Freitag, 28. Februar 2014

Drachenfeuer von Wolfgang und Heike Hohlbein

 
  

 Drachenfeuer von Wolfgang & Heike Hohlbein
Ausgabe 1988
Verlag Carl Ueberreuter
528 Seiten
 
 
 
 Hinter einem Wasserfall entdeckt Chris ein Bronzetor.
 Als er es durchschreitet, findet er sich im geheimnisvollen Land der Feen,
das von einem kriegerischen Volk bedroht wird.
 Und er entdeckt, dass er gerufen wurde, um das Land zu retten: 
Er soll den mächtigen Drachen wecken, der hoch im Norden schläft. 
Doch dann wird der Drache selbst zur tödlichen Gefahr ...
 
_______________________________________________________
 
 
Mit Drachenfeuer habe ich es nun endlich mal geschafft wenigstens ein Buch für die Einmal durchs Regal Challenge einreichen zu können. Der Monat war einfach etwas stressig und nervenaufreibend. Wie die Hauptaufgabe ja auch schon sagt....VIEL ZU KURZ! Gott, wo is der Februar nur geblieben?
Meine Ausgabe des Buches von Wolfgang und Heike Hohlbein ist von 1988 und steht auch schon etwas länger in meinem Regal. Ich habe es schon so oft angefangen, nur leider kam immer irgendwas dazwischen. Aufgegabelt habe ich es in der Wegwerfkiste meiner damaligen Stamm-Bibliothek vor circa 10 Jahren....wie die Zeit vergeht...wow....just wow...man bin ich alt oder so... Das Cover hat es mir gleich angetan und irgendwie konnte ich einfach nicht dran vorbei. Ich hab meine Mum um einen Euro/Mark angebettelt und es dann aus den Klauen des Mülleimers befreit. Das alte Titelbild finde ich übrigens auch viel schöner und passender als die neue Version.

Glücklicherweise passt das Buch wie die Faust aufs Auge zu der Februar Hauptaufgabe. Die da lautet:
Vor uns liegt der kürzeste Monat des Jahres - dementsprechend wollen wir uns doch anpassen. 2 Punkte bekommt ihr diesen Monat für ein Buch, dessen Titel aus nur einem Wort besteht.
 
Zur Story:
Die Hauptfigur ist ein 12-jähriger Junge aus Deutschland namens Chris. Ein sehr übel gelaunter Chris, weil er seine 6 Wochen Sommerferien, nicht wie 6 Monate lang erhofft, auf dem Rhein verbringen darf, sondern im wunderschönen Killarney in Irland. "[...]In der Verbannung. Im Exil. Hundert Jahre Zwangsarbeit in den Bleiminen." Die Stimmung ist fantastisch, wie man sieht. Sein Vater war voller Begeisterung ihn auf seinem Arbeitstrip als Sprengmeister mitnehmen zu können. Christ wurde natürlich nicht gefragt. Also langweilt er sich in der Einöde zu Tode. Ein See, ein Wald, eine Ruine und mittendrin wird fröhlich vor sich hin gesprengt. Also bleibt Chris nichts anderes übrig außer auf Erkundungstour zu gehen. Dabei stößt er auf den rothaarigen und recht eigensinnigen Jungen Llewellyen. Das Treffen fällt recht ruppig aus, vor allem da der Junge keine ihm bekannte Sprache zu sprechen scheint. Doch auf irgendeine Art und Weise fasziniert Chris dieser Junge und macht ihn neugierig. Als er ihn dann bei seiner Erkundung der Ruine mit einem fremden kleinen Wesen trifft, folgt er ihm in den Untergrund der Ruine. Chris findet sich in einem Labyrinth wieder, verläuft sich natürlich und wird sogar von einem agressiven hundeartigen Wesen angegriffen und verfolgt. Wider Erwarten wird er durch Llewellyen gerettet und aus dem Untergrund, wie er es nennt Rath, geführt. Der rothaarige Junge verschwindet schnell wieder, nachdem er Chris befielt ihm nie wieder zu folgen und sich von der Ruine fern zu halten, als hätte er nie eine andere Sprache gesprochen als Chris. Natürlich hält Chris sich nicht daran und wandert am nächsten Tag gut ausgerüstet wieder zur Ruine. Die große Sprengung steht kurz bevor und Chris vermutet, dass der Junge etwas mit den Pannen bei den Sprengungen seines Vaters zu tun hatte. Ganz abgesehen davon, dass er von Llewellyen einige Erklärungen zum vergangen Tag erwartet. Wieder verfolgt er den fremden Jungen. Die ganze Umgebung scheint sich gegen diese Verfolgung zu wehren doch Chris bleibt stur und geht weiter bis er zu einem Durchgang an einem Wasserfall kommt. Von dort betritt er eine ihm fremde Welt voller Feen, Elfen und Fabelwesen. Er erfährt, dass Llewellyen Teil dieser Welt ist und sie nur auf ihn gewartet haben. Denn nur er kann diese Welt retten. Das Volk der Milesier überrennt die Fabelwelt. Sie vernichten alles und jeden, der sich ihnen in den Weg stellt. Die einzige Hoffnung scheint ein Drache zu sein. Die ultimative Waffe, doch die hat ihre Kehrseite. Chris muss sich entscheiden, ob er sich der Aufgabe, die ihm anvertraut wird, stellt oder wieder in seine Welt zurückkehrt.

Mein Eindruck:
Ich liebe dieses Buch. Vom Stil her kann man es in die Sparte der Fantasy-Jugendbücher einordnen. Der Schreibstil ist schön flüssig und nicht zu anstrengend, also perfekt für Kinder und junge Jugendliche geeignet, aber auch für Erwachsene sehr zu empfehlen. Da ich diesen Monat wenig Zeit hatte, war ich sehr froh über die Kapiteleinteilung. Jedes Kapitel hatte eine angenehme Länge und war vom Inhalt her sehr gut abgestimmt. Ich bin normalerweise kein Fan davon im Zug ein Buch zu lesen, aber dieses Buch konnte ich auch nur mal 10 Minuten in die Hand nehmen, ohne mich darüber aufzuregen. 
Zudem hatte ich wirklich bis zum Ende keine Ahnung was wirklich geschehen würde, nur eine leichte Ahnung. Man bekommt sporadisch immer wieder einen Happen Informationen zugeworfen, der die Spannung aufrecht erhält. Da Chris die einzige Hauptfigur ist und man die Geschichte aus seiner Sicht verfolgen konnte, habe ich mich so gefühlt als wäre ich mit dabei, wie ein ständiger Begleiter. Auch der Charakter des Jungen macht es einem leicht sich mit ihm zu identifizieren. Chris ist keineswegs perfekt, er hat seine Fehler und ist am Anfang recht naiv. Aber genau das macht ihn sympathisch. Man erlebt wie er im Laufe des Buches reifer wird und seine Lektionen lernt, ohne dass es aufgesetzt wirkt. 
Für mich pesönlich war es auch schön zu sehen, dass die Figur des Drachen nicht verniedlicht wurde, wenn ich das mal so ausdrücken darf. Er ist kein Haustier oder zähmbarer Gefährte. Er ist das ultimative und wahre Böse, hässlich, ungestüm, wütend, riesig und voller magischer Kraft (und er spricht nicht... ), ein richtiger Drache eben. Einziges Manko für mich waren die vielen Tode, die rasch aufeinander folgten. Die Welt steht vor dem Untergang, natürlich sind Tode nicht zu vermeiden. Darum empfand ich es auch nicht als allzu störend, da es die Gesamtstimmung des Buches unterstützt hat. Für meinen persönlichen Geschmack war es nur einfach ein bisschen zu schnell. Die Mischung aus Happy End und tragischem Ende hat mich auch sehr von diesem Buch überzeugt und ich kann mit bestem Gewissen sagen, dass es sich einen Ehrenplatz in meinem Regal verdient hat. Hat ja auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel.

Mein Fazit:
Drachenfeuer ist ein ausgezeichnet geschriebenes Fantasy-Jugendbuch, dass Jung und Alt begeistern sollte. Hier werden Drachen noch wie echte Drachen dargestellt und nicht verniedlicht, wie es die letzten Jahre mit so vielen "Monstern" gemacht wurde. Die Story ist nicht einfach nur so dahin geschrieben. Man zieht aus diesem Buch auch eine gewisse Lehre und es regt zum Nachdenken an. Chris, die Hauptfigur, ist einem gleich sympathisch. Man fiebert regelrecht mit und möchte ihm bei seinen Entscheidungen beiseite stehen. Als Basis für die Feen- und Märchenwesen wurde die keltische Mythologie in abgewandelter Form verwendet, auf recht gelungene Art und Weise, wie ich finde. Die Aufteilung des Buches ist sehr gut geeignet um auch unterwegs kurze Passagen lesen zu können. Lest rein und ihr werdet schon nach den ersten Paar Seiten merken, ob dieses Buch etwas für euch ist.