Montag, 27. Januar 2014

Das Wispern der Schatten von Adam J. Dalton


Das Wispern der Schatten von Adam J. Dalton
Verlag: Blanvalet
640 Seiten
ISBN: 978-3-442-26912-9
Preis: € 15,00 [D] | € 15,50 [A] | CHF 21,90

Sie nennen sich Erlöser, doch sie bringen den Tod …

Jillan wächst behütet im Reich der Erlöser auf.
Was auch geschieht, er weiß, dass der Heilige Azual ihm beistehen wird.
Bis zu dem schicksalhaften Tag, am dem aus ihm unkontrollierte Magie hervorbricht,
und er einen seiner Mitschüler umbringt. Kaum jemand ist entsetzter als Jillan.
Denn die Heiligen dulden keine magischen Kräfte neben ihren eigenen.
Als Ketzer gejagt, flieht Jillan in die Wildnis, um sich dort ein neues Leben aufzubauen.
Doch dann beschließt der Heilige Azual, den jungen Mann persönlich zur Strecke zu bringen …

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Das Wispern der Schatten habe ich mir auf Grund der Buch-Challenges Einmal durchs Regal und Eva's Regenbogen Challenge gekauft. Die Aufgabe war: Lies ein Buch dessen Cover hauptsächlich weiß ist. Gesagt, getan. Da ich nun einmal gerne Fantasy lese und mich die Story des Jungen, der über verbotene Magie verfügt und auch noch dramatischer Weise einen Mitschüler ermordet hatte, sehr angesprochen hatte, habe ich mich für dieses Buch entschieden. Ich habe Dramatik, spannende Verfolgungen und eine Story erwartet, die den Leidensweg eines Jungen beschreibt, der um seine Existenz und Kontrolle über seine Magie kämpft. Dies ist der erste Teil einer Reihe.

Zur Story:
Jillan, die Hauptfigur dieses Buches, ist ein gewöhnlicher Teenager und Sohn eines Jägers, der mit seiner Familie außerhalb der Stadt wohnt. Er liebt seine Familie über alles, aber der Weg zur Schule fällt ihm immer sehr schwer. Der Prediger und zugleich sein Lehrer hat es auf ihn abgesehen und lässt keine Möglichkeit aus, um ihn vor der ganzen Klasse bloß zu stellen. Außerdem gibt es eine Gruppe von Jungen, die ihn auf Grund seines Standes, Verstandes und seiner Freundschaft zu Hella gern verprügeln. So kommt es auch nach an einem Abend, als er wegen ungebührlichen Verhaltens in der Schule nachsitzen musste, zu einer Schlägerei. Jillan platzt dann der Kragen und aus ihm bricht Magie her, die einen der Jungen umbringt. Der Heilige Azual, Herrscher dieses Landes, ist durch eine Blutzeremonie, die an allen Menschen im Jugendalter vollzogen wird, mit seinen Untertanen verbunden. Er sieht was sie denken, sagen und hören. Falls er dies wünscht kann er sogar mittels Gedankensprache mit ihnen Kontakt aufnehmen oder Sie beeinflußen. Durch die Blutzeremonie nimmt er außerdem Ihre Lebenskraft. Man kann sich das etwas wie Vampirismus vorstellen, denn die Heiligen sind süchtig nach menschlichen Blut und den Rausch, den es ihnen beschert. Jillan stand diese Blutzeremonie kurz bevor. Als der Heilige dann erfuhr, dass ein Mord durch Magie statt gefunden hat, macht er sich sofort auf den Weg. Er möchte Jillans Blut abzapfen, um so an seine Kraft und Magie zu kommen. Er vermutet, dass Jillan in Verbindung mit dem Geas steht, der Kraft des Planten so zu sagen. Wenn er sich dies aneignet oder das Geas findet, so verspricht er sich zum Gott/Erlöser aufzusteigen zu können. Doch Jillans Eltern handeln schnell und schicken Ihn fort, um Freistatt zu finden, einen Ort wo er versteckt vor den Erlösern leben kann. So flieht er durch die Hilfe eines Helden (sozusagen einen Ritter des Heiligen) und seiner Eltern, die ihm einen Vorsprung verschaffen. Er soll nach dem Schmied Thomas suchen, der ihn dann nach Freistatt bringen kann. Auf seiner Flucht lernt er außerdem einen Wilden, der nur einen Wolf zum Freund hat, und einen Jäger aus den Bergen kennen. Dieser Jäger zählt zu den sogenannten Heiden. Diese Menschen wurden noch nicht zu den Erlösern gezogen und beten die alten Götter und das Geas an. Zusammen versuchen Sie Jillan zu helfen nach Freistatt zu kommen und den Heiligen Azual zu vernichten.

Mein Eindruck:
Ich bin leider von diesem Buch sehr enttäuscht. Ich hatte viel erwartet und leider wenig davon bekommen. Ich musste dieses Buch mehrmals zur Seite legen, weil mich das Dahinplätschern der Handlung wenig zum Weiterlesen animiert hat. Jillan hat die Bezeichnung Hauptfigur eher weniger verdient, obwohl er dies sein sollte. Meiner Meinung nach gibt es zu viele Bösewichter und es wird auch zu oft aus deren Sicht erzählt. Es gibt mehrere Heilige in der Welt und mindestens 3 davon bekommen eigene Kapitel um mal Ihren Senf dazugeben zu können. Über jenen stehen dann noch weitere Bösewichter, die sogenannten Erlöser, die dann alle D'Selle, D'Shaa, D'Zel, D'Jarn, D'schieß-mich-tot heißen und über denen dann noch Weitere. Es gibt in diesem Buch teilweise Textpassagen, da blickt man vor lauter D'Shaa, D'Selle, D'Zel gar nicht mehr durch wer was warum weshalb macht um sowieso auszulöschen oder um sich mit sowieso zu verbünden. Ich möchte nicht ganze Seiten 5 mal lesen müssen um zu verstehen wer denn jetzt eigentlich was warum und mit wem macht. Jillan macht zudem auch eine sehr eigenartige Entwicklung durch. Seine Einstellung und auch Ansichten können sich von Sekunde zu Sekunde ändern. Es macht auch den Eindruck als würde er in zu kurzer Zeit eine viel zu Große Entwicklung zum Erwachsenen durchmachen. Seine Entscheidungen sind teilweise komplett hirnlos. Ich habe mich dann auch immer gefreut, wenn sein "innerer Makel", die Stimme seiner Magie, endlich mal versucht hat ihm ein bisschen Verstand einzuprügeln. Diese innere Stimme hatte wirklich etwas für sich und war auch sehr interessant. Leider kam sie viel zu selten vor. Was auch darauf zurückzuführen ist, dass Jillan wenig Platz als Hauptcharakter in diesem Buch bekommt. Was mich zum Teil auch etwas genervt hat war, dass Jillan und eine Frau aus Stein, ein weiterer Nebencharakter, wirklich zu oft sehr blauäugig und zu vertrauensselig waren. Frei nach dem Motto: Oh, der Fremde Mann, der wird mir schon nix tun, der gibt mir Schokolade, ach mit dem geh ich mit. Dies steht im krassen Gegensatz zu den Bösewichtern, die einem als so übermächtig erscheinen, dass man sich fragt, wie können die Jillan eigentlich so lang entkommen lassen und wie soll man die überhaupt besiegen. Im Allgemeinen kommt mir für meinen Geschmack das Buch zusätzlich etwas zu religiös vor. Es werden zum Teil auch Vergleiche zu diversen "Hinterteilen"gezogen, um es mal nett zu formulieren, wo ich mich dann doch gefragt habe...was zur Hölle?

Mein Fazit:
Auch wenn ich dieses Buch eher in die Jugendbuchliteratur einordnen würde, könnte ich dieses Buch niemanden weiterempfehlen. Die Bösewichter nehmen einfach zu viel Platz ein. Es gibt zu viele unwichtige Nebencharaktere, die ich auch gar nicht alle nennen wollte. Auch Jillan und seine innere Magiestimme kommen viel zu kurz. Man erwartet vieles durch den Klappentext, aber eigentlich ist alles ganz anders. Für die Jugendliteratur würde ich es teilweise sogar als zu verwirrend einstufen. Da es auch ein Mehrteiler sein soll, könnte ich mich nicht einmal ansatzweise dazu aufraffen den zweiten Teil zu lesen. Außerdem erscheint mir vieles schon als geklärt und die Aussicht auf den zweiten Teil schaut recht mager aus. Aus der Story hätte man sehr viel mehr rausholen können.

Der Vergleich zu Brent Weeks und Peter V. Brett, wie auf der Rückseite des Buches erwähnt wird, ist hier in keinster Weise gerechtfertigt. Ich vergöttere diese Autoren und ihre Kunst zu schreiben. Adam J. Dalton steht mit diesem Buch leider nicht einmal annähernd auf ihrem Level.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Seelenkuss - Lynn Raven

Seelenkuss - Lynn Raven
576 Seiten
Verlagsgruppe Random House
www.cbt-jugendbuch.de
ISBN: 978-3-570-16295-8
Preis: € 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 21,90



Sie beugte sich über ihn, lehnte ihre Stirn gegen seine. >>Wach auf! Bitte, wach auf und hilf mir, mich an dich zu erinnern!<< flüsterte sie und schloss die Augen, lauschte auf das Zischen und Knacken des Feuers.

Prinzessin Darejan ist auf der Flucht! Vor den Kriegern ihrer eigenen Schwester, der Königin der Korun. Ihr einziger Begleiter: ein geheimnisvoller Fremder, der bis vor wenigen Tagen deren Gefangener war - und dessen Vergangenheit unerklärlicher Weise mit ihr verbunden zu sein scheint ...

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Seelenkuss habe ich mir für die Einmal durchs Regal-Challenge angeschafft, da ich leider kein großer Fan von Liebesgeschichten bin. Meine Wahl fiel auf dieses Buch, nachdem mir von der Verkäuferin die halbe Jugendbuchabteilung und deren Liebesgeschichten entgegen geworfen wurde. Überzeugt haben mich das Cover - Ja, ich steh leider auf schöne Cover, na und? - und die Aussicht auf eine praktisch "vergessene" Liebe. Als ich dann noch den Aufkleber "Bestseller Autorin" von Spiegel darauf fand, dachte ich mir: "Ja, warum nicht? Wird schon passen."

Die Story:
Die Geschichte spielt in einer Fantasywelt. Prinzessin Darejan ist die Schwester der Königin von Korun. Beide sind Hexen und gehören einer Rasse an, die vor Jahren unter Wasser gelebt hatten. Nur noch die Kiemennarben an ihrem Hals, prächtige Schuppen und schmale Flossen an ihren Unterarmen erinnern noch daran. Darejan, die Königin und der Hauptmann der Königlichen Wache kennen sich schon seit Kindertagen. Darejan und der Hauptmann bemerken somit als Erste wie sich die Königin schlagartig in Ihrem Wesen verändert. Königin Seloran war niemals so grausam gewesen einen Gefangenen über mehrere Mondzyklen hinweg Nacht für Nacht zu foltern. Hauptmann Réfen kann dies nicht länger mit anhören und versucht der Sache auf den Grund zu gehen. Es stellt sich heraus, dass der geheimnisvolle Gefangene ein Dún Anór ist. Die Dún Anór sind Diener und Klingenkämpfer eines Geheimordens, der die Nekromantie beherrscht und vom Weg abgekommene Nekromanten zur Rechenschaft zieht. Réfen befreit daraufhin den Gefangenen und zieht somit den Zorn der Königin auf sich. Als Darejan und der von Folter scheinbar wahnsinnig gewordene Gefangene das erste Mal aufeinander treffen, bezichtigt er sie mit all seiner Wut des Mordes. Jedoch kann er sich nicht erinnern wen sie ermordet haben soll. Die Prinzessin  ist sich keiner Schuld bewusst, dennoch plagen sie Alpträume, die sie an sich zweifeln lassen. Um Antworten zu finden und den Klauen der Königin zu entrinnen, entscheiden Sie sich die geheime Ordensburg zu finden.

Mein Eindruck:
Ich versuche das Buch angemessen zu beurteilen, da es in die Jugendbuch-Literatur gehört.
Ich muss sagen, dass ich etwas im Zwiespalt mit dem Buch liege. Die Idee zur Geschichte finde ich sehr sehr gut, die Umsetzung ... so lala. Ich muss zugeben, dass ich das Buch an einem Tag gelesen habe. Es liest sich recht flüssig und ist auch recht spannend. Leider nicht die Art von Spannung wie ich mir das wünschen würde. Kennt Ihr dieses Gefühl, wenn ihr etwas erzählen wollt? Zum Beispiel von einem Film, den ihr erst letztens gesehen habt, aber ihr könnt euch einfach nicht an den Titel erinnern. Er liegt euch praktisch auf der Zunge, aber es will euch einfach nicht einfallen. Ihr könntet weiter erzählen, aber der Gedanke lässt euch keine Ruhe und ihr überlegt und überlegt, Stunden vielleicht aber auch Tagelang, und HA! Auf einmal fällt es euch wieder ein. Genauso ist die Spannung in diesem Buch. Sie ist zum teil etwas "nervig" und lässt euch weiter lesen. Ihr wartet darauf, dass Darejan sich endlich erinnert. Alles liegt ihr fast auf der Zunge, aber es will ihr nicht einfallen. Du kannst aber nicht aufhören, denn du willst wissen, was Sie vergessen hat. Das Prinzip ist nicht schlecht, ja, aber der Rest...
Zum einem war ich doch von dem Aufkleber "Bestseller Autorin" recht enttäuscht. Die ersten 120 Seiten lesen sich wie dahin geschmissen, als hätte die Autorin keine Lust gehabt diesen Teil zu schreiben. Als könnte sie es nicht abwarten endlich den Teil der Liebesgeschichte erzählen zu können. Es fehlt an Beschreibungen, Charaktertiefe und die wenigen gerade erst vorgestellten Figuren sterben wie die Fliegen. Die Kapitelaufteilung ist geradezu random. Es gibt viele Kapitel, die sogar nur eine halbe Seite lang sind. Sporadisch fehlen Teile von Sätzen. Ich bin mir leider nicht sicher ob die Autorin das Original in Deutsch oder Englisch geschrieben hat und somit die Übersetzung eventuell einfach nur schlecht gelaufen ist.

Zum nächsten Teil muss ich sagen, dass ich ein Detail verliebter Leser bin. Das ist vielleicht ein Tick von mir, aber ich LIEBE Details und wenn die dann so unnütz sind, komm ich mir doch leicht verarscht vor. Wen so was also wenig kratzt kann diesen Abschnitt gern überspringen.
Denn einige Details sind meiner Meinung nach völlig ohne Grund  in die Geschichte eingeflossen.
Hier habe ich euch die Beispiele, die mich persönlich die Stirn runzeln und teilweise sogar die Hand gegen die Stirn fassen lassen haben aufgelistet:
  • Ich frage mich immer noch warum es so wichtig ist, dass die Korun ehemalige Wasserbewohner waren und mit Kiemennarben und farbenfrohen  Schuppen an den Armen ausgestattet sind. Es gab keinen Bezug dazu in der Story.
  • Warum nennt man Pferde nach einigen Kapiteln nicht mehr Pferde, nur weil man mit einem anderen Volk unterwegs ist?  Ich finde das recht verwirrend und untypisch.
  • Warum haben Tiere, die sich nicht von gewöhnlichen Lebewesen unterscheiden, Namen wie z.B. *insert random word*bär. ... Es ist ein Bär....ja....toll...wäre der Bär kein Bär, sondern ein ....Schwein-Rind-Bär, der auf 2 Beinen geht, OK! No problem, aber was soll das denn?
  • Dún Anór, der männliche Hauptcharakter, faucht Darejan ständig mit dem Wort “Hexe!” an. Leider ist es kein Geheimnis, dass sie und ihre Schwester Hexen sind und dies wird offensichtlich auch von der Gesellschaft respektiert. Deshalb ist mir schleierhaft warum er das Wort ständig wie ein Schimpfwort benutzt. Ich glaube nicht, dass ich mich angegriffen fühlen müsste wenn man mir das Wort “OPTIKERIN!” entgegenzischt.

Glücklicherweise fing es dann endlich ab Seite 120-irgendwas  mit der Lovestory an und die Beschreibungen wurden vielfältiger, die Story und Charaktere gingen etwas in die Tiefe und so langsam hatte die Schreibweise endlich etwas von dem Niveau Jugendbuch-"Bestsellerautorin". Dies hielt auch an bis sich die Hauptfigur endlich erinnert, ab da hatte ich dann doch etwas zu viel von den Beschreibungen. Das Ende fand ich wiederum recht gelungen.

Mein Fazit:
Für alle Jugendlichen Romantiker und Menschen die Liebesgeschichten als Ihre Lieblings-Literatur auserkoren haben, mag dieses Buch etwas für sich haben. Die Gefühle der Hauptfigur sind liebevoll ausgearbeitet und bringen sicher einige Frauenherzen zum Schmelzen. Es ist leichte Lektüre wo man sein Gehirn einfach mal abschalten und sich treiben lassen kann. Wer die Twilight und Shades of Grey Serien mit Freude gelesen hat, wird diese Geschichte sicher auch mögen - auch wenn hier keine expliziten Szenen beschrieben sind. ;) An alle anderen die Fantasy lieben, sie eben gerade wegen der Fantasy und ihren Intrigen, Fabelwesen und spannenden Welten lesen und für die nicht die Liebesgeschichte im Mittelpunkt steht: Lasst die Finger davon! (Es sei denn Ihr habt eventuell mal eine Schnulzenphase ;o



PS: Zweite Rezension, immer noch nicht zufrieden. Ich bin im Moment gerade etwas frustriert, dass die 2 Bücher für die Nebenaufgaben nicht so ausfallen, wie ich mir das vorgestellt habe. Das Wispern der Schatten musste ich nun schon mehrmals zur Seite legen, weil es mich gar nicht zum weiterlesen animiert hat. :l


Dienstag, 7. Januar 2014

The Blade Itself - Joe Abercrombie


 The Blade Itself by Joe Abercrombie
(dt.Titel "Kriegsklingen")
536 Seiten 
 
The First Law: Book 1

Logen Ninefingers, infamous babarian, has finally run out of luck.
Caught up in one feud too many he's about to become a dead babarain,
leaving nothing behind but bad songs and dead freinds.

Jezal dan Luthar, paragon of selfishness, 
has nothing more dangerous in mind than winning glory in the fencing circle. 
But war is brewing, and on the battlefields of the forzen North they fight by altogether bloodier rules.

Inquisitor Glokta, cripple turned torturer, 
would like little better than to see Jezal come home in  a box. 
But then he hates everyone. Cutting treason out of the heart of the Union
 one confession at a time leaves little room for friendships - and his latest trail of corpses could lead straight to the rotten heart of the government ... if he can just stay alive long enough to follow it ...


Das ist also mein erstes Buch für die Einmal durchs Regal Challenge. Man möge mich nicht erschlagen, denn ich habe schon seit einer halben Ewigkeit keine Rezension mehr geschrieben. Deshalb schreib ich einfach mal drauf los....
Ich habe dieses Buch schon vor einiger Zeit gekauft, nachdem ich die Nightangel Trilogie beendet hatte. Es sprang mir sofort ins Auge durch die schöne Aufmachung und den Klappentext. Es roch förmlich nach Anti-Helden und nach einem Bruch mit den klassischen Klischees im Fantasy-Bereich. Leider habe ich es dann nach einem Kapitel zur Seite gelegt und seit dem aus Zeitgründen nicht mehr angerührt.

Schade eigentlich, denn das Buch hat reichlich Potenzial.
Der Klappentext gibt ja nicht viel her außer, dass drei Kerle die Handlung in irgendeiner Art und Weise bestimmen.
Worum geht es also? Ganz ehrlich....keine Ahnung...
Also das große Ganze, das Ziel, was wollen wir hier als ganz großen Knall verhindern/wahr machen/flach legen ist nicht so recht aus zu machen.

Wir haben 3 große Mächte: Die Union, die Nordländer und Gurkuhl. Der Großteil der Handlung findet in der Union statt, ein Reich dessen Regierung, Regeln und Adelshäuser so langsam mächtig Schimmel ansetzen. Der König ist ein alter Sack, der seine Söhne nicht mehr erkennt, so ziemlich den ganzen Tag schläft und vor sich hinsabbert, während ein Rat für Ihn die Entscheidungen fällt. Der letzte Krieg liegt zwar nicht mal 10 Jahre zurück, dennoch halten sich die Adligen für die größten Kämpfer, ohne je wirklich ein Schwert in der Hand gehalten zu haben. Die Adligen bekleiden zudem natürlich auch die höchsten Ränge in der Armee. Im Norden der Union leben die Nordländer, ein Babarenvolk. Nicht Adliges-Blut sondern Kampfgeschick bestimmen hier den Wert in der Gesellschaft und Krieg gibt es sowieso am laufenden Band. Die Landschaft und das Wetter sind unbarmherzig. Zudem machen die Shanka, auch Flatheads (Flachköpfe - ich musste da schon ein bisschen lachen :X ) genannt, mächtig Ärger. Die dritte Macht liegt im Süden, viel wird darüber nicht erzählt, außer dass es an ein Wüstenreich erinnert und der Emporer ein kaltblütiger Mann ist.

Das Buch lebt eigentlich nur von den interessanten Charakteren darum stelle ich euch kurz die drei Hauptfiguren und ihre Sidekicks vor:

Inquisitor Glokta war zu Beginn des letzten Krieges einer der besten Schwertkämpfer des Landes. Nachdem er aber über 2 Jahre gefoltert wurde ähnelt sein Aussehen eher einem 90-jährigen Krüppel. Seine überhebliche Art hat er jedoch, ganz anders als sein schneidiges Aussehen und Glück mit den Frauen, nicht verloren. Wie Joe Abercrombie diesen Mann schreibt ist einfach nur wahnsinnig amüsant. Er spricht kaum direkt, aber seine Gedankenrede strotzt nur so vor Sarkasmus. Glokta wird von Tag zu Tag von Schmerzen geplagt und kämpft gegen seinen größten Feind...die Treppen. Sein inneren Dialoge und Gebrechen wurden einfach nur genial beschrieben. Seinen Job kann er natürlich, verkrüppelt wie er ist, nicht allein erledigen. Dafür hat er zwei Handlanger, Frost und Severard. Frost ist der Mann fürs Grobe. Er spricht schlecht (seine Zunge fehlt glaube ich) und ist an sonsten eigentlich nur ein Schrank mit zu viel Muskelkraft und null Mimik, geschweige denn Humor. Severard dagegen ist ständig am grinsen und übernimmt die subtileren Aufgaben. Die Drei zusammen ergeben das perfekte diabloische Team.

Captain Jezal dan Luthar ist so ziemlich Gloktas Ebenbild in jungen Jahren, nur leider ist er ein fauler, selbstverliebter kleiner Sack ohne Eier. Man könnte vielleicht meinen er mausert sich zum edlen Ritter in glänzender Rüstung, aber falsch gedacht. Er muss das Fechten erlernen um durch einen Sieg im Fechtturnier Ruhm, Ehre und eine respektable Position zu gewinnen. Sein bester Freund ist General West, ehemals bester Freund von Glokta, ein gewöhnlicher Bürger, der durch seinen Sieg im Wettkampf seinen Ruhm und seine Ehre bereits gewonnen hat, was so ziemlich keinen Adligen interessiert. Die zwei sind ein recht eigenartiges Paar. Jezal kann einem schon ziemlich auf die Nerven gehen und wenn man zu Anfang noch von West denkt, er ist ein Mann mit weißer Weste...weit verfehlt.

Logen Ninefingers...Oh, ich liebe diesen Mann ...ein Bär von einem Mann aus dem Norden, der mittlerweile schon zu viel gekämpft hat für seinen Geschmack. Er weiß wie hart das Leben sein kann und vorallem wie man kämpft. Auch er ist nicht der Kandidat für die glänzende Rüstung, sein Character ist auch nicht der beste, aber er ist umso mysteriöser und vorallem ehrlich. Logan hat einige Fähigkeiten, deren Ursprung nicht ganz klar sind. So spricht er beispielsweise mit den Spirits, welche ihn auch zu Byaz dem höchsten der Magus führen. Einem Magier, der recht wenig Magie verwendet, aber wenn dann umso härter und unbarmherziger. Er erinnert einen mehr an einen Metzger als einen Magier.

Eine weitere interessante Figur, die erst im zweiten Teil des Buches erscheint, ist Ferro, eine dunkelhäutige Frau mit gelben Augen aus dem Süden. Eine ziemlich flinke Kratzbürste, die ihr Ziel mit Pfeil und Bogen nie verfehlt. Sie lebt nur nach dem Kredo der Rache. Ich muss leider auch immer ein bisschen lachen, wenn ihr Name erscheint, da ich immer Ferrero statt Ferro lese. Seit dem kann ich sie nicht vollständig ernst nehmen.  ^~^;;;

Mein Fazit:
Das Buch erzhählt die einzelnen Geschichten der jeweiligen Charactere, man lernt Ihre guten und schlechten Seiten kennen, wie Sie zum Teil aufeinander Treffen und wie die Welt in der Sie leben so langsam auseinander bricht. Ein Sturm ist im Anmarsch, nur hat man ständige das Gefühl man hat das volle Ausmaß noch nicht begriffen. Was ist Magie und wie funktioniert Sie? Sind die Sagen wahr?
Was die Geschichte vorantreibt ist das große Unbekannte. Worum geht es? Was passiert hier eigentlich? Wann treffen diese Menschen aufeinander, die sich gegenseitig hassen und so eigentlich gar nicht zueinander passen. So richtig Aktion gibt es eigentlich erst auf den letzten 100 Seiten und selbst am Ende weiß man nicht was hier überhaupt abgeht.
The Blade itself scheint mir zudem wie eine Mischung aus Troja dem Film und die Gemeinschaft der 9 aus Der Herr der Ringe zu sein. Aber wohl eher die Badass-Variante der Gemeinschaft und unser Gandalf ist nicht ganz so gutmütig wie er zu sein scheint.
Im Ganzen finde ich das Buch sehr lesenswert und hoffe auf mehr Aktion in den nächsten Bänden. Ich bin außerdem sehr dankbar das Buch im Englischen gelesen zu haben, da die vulgäre Sprechweise der einzelnen Figuren besser rauskommt. Man empfindet dieses Buch eher wie ein Vorwort zu den kommenden Büchern. Es ist nichts, das auch nur annähernd in sich abgeschlossen ist. Jedoch hat Joe Abercrombie eine wundervolle Art auf vulgäre Art und Weise zu schreiben und zu beschreiben. Sein Sarkasmus ist auch nicht zu verachten. ;)
Wer also nach einem Fantasy-Buch der anderen Art mit einem Haufen Anti-Helden sucht ist hier ganz richtig.

PS: Tja das war sozusagen mein erster Blogeintrag. Ich weiß hier ist noch ziemlich viel zu tun und das Schreiben geht auch noch nicht so leicht von der Hand, aber wir werden sehen. Ich freue mich natürlich über Kommentare und Kritik. Vielleicht habt ihr ja auch das Buch gelesen und schreibt mir wie ihr das Buch findet.