Freitag, 28. Februar 2014

Drachenfeuer von Wolfgang und Heike Hohlbein

 
  

 Drachenfeuer von Wolfgang & Heike Hohlbein
Ausgabe 1988
Verlag Carl Ueberreuter
528 Seiten
 
 
 
 Hinter einem Wasserfall entdeckt Chris ein Bronzetor.
 Als er es durchschreitet, findet er sich im geheimnisvollen Land der Feen,
das von einem kriegerischen Volk bedroht wird.
 Und er entdeckt, dass er gerufen wurde, um das Land zu retten: 
Er soll den mächtigen Drachen wecken, der hoch im Norden schläft. 
Doch dann wird der Drache selbst zur tödlichen Gefahr ...
 
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Mit Drachenfeuer habe ich es nun endlich mal geschafft wenigstens ein Buch für die Einmal durchs Regal Challenge einreichen zu können. Der Monat war einfach etwas stressig und nervenaufreibend. Wie die Hauptaufgabe ja auch schon sagt....VIEL ZU KURZ! Gott, wo is der Februar nur geblieben?
Meine Ausgabe des Buches von Wolfgang und Heike Hohlbein ist von 1988 und steht auch schon etwas länger in meinem Regal. Ich habe es schon so oft angefangen, nur leider kam immer irgendwas dazwischen. Aufgegabelt habe ich es in der Wegwerfkiste meiner damaligen Stamm-Bibliothek vor circa 10 Jahren....wie die Zeit vergeht...wow....just wow...man bin ich alt oder so... Das Cover hat es mir gleich angetan und irgendwie konnte ich einfach nicht dran vorbei. Ich hab meine Mum um einen Euro/Mark angebettelt und es dann aus den Klauen des Mülleimers befreit. Das alte Titelbild finde ich übrigens auch viel schöner und passender als die neue Version.

Glücklicherweise passt das Buch wie die Faust aufs Auge zu der Februar Hauptaufgabe. Die da lautet:
Vor uns liegt der kürzeste Monat des Jahres - dementsprechend wollen wir uns doch anpassen. 2 Punkte bekommt ihr diesen Monat für ein Buch, dessen Titel aus nur einem Wort besteht.
 
Zur Story:
Die Hauptfigur ist ein 12-jähriger Junge aus Deutschland namens Chris. Ein sehr übel gelaunter Chris, weil er seine 6 Wochen Sommerferien, nicht wie 6 Monate lang erhofft, auf dem Rhein verbringen darf, sondern im wunderschönen Killarney in Irland. "[...]In der Verbannung. Im Exil. Hundert Jahre Zwangsarbeit in den Bleiminen." Die Stimmung ist fantastisch, wie man sieht. Sein Vater war voller Begeisterung ihn auf seinem Arbeitstrip als Sprengmeister mitnehmen zu können. Christ wurde natürlich nicht gefragt. Also langweilt er sich in der Einöde zu Tode. Ein See, ein Wald, eine Ruine und mittendrin wird fröhlich vor sich hin gesprengt. Also bleibt Chris nichts anderes übrig außer auf Erkundungstour zu gehen. Dabei stößt er auf den rothaarigen und recht eigensinnigen Jungen Llewellyen. Das Treffen fällt recht ruppig aus, vor allem da der Junge keine ihm bekannte Sprache zu sprechen scheint. Doch auf irgendeine Art und Weise fasziniert Chris dieser Junge und macht ihn neugierig. Als er ihn dann bei seiner Erkundung der Ruine mit einem fremden kleinen Wesen trifft, folgt er ihm in den Untergrund der Ruine. Chris findet sich in einem Labyrinth wieder, verläuft sich natürlich und wird sogar von einem agressiven hundeartigen Wesen angegriffen und verfolgt. Wider Erwarten wird er durch Llewellyen gerettet und aus dem Untergrund, wie er es nennt Rath, geführt. Der rothaarige Junge verschwindet schnell wieder, nachdem er Chris befielt ihm nie wieder zu folgen und sich von der Ruine fern zu halten, als hätte er nie eine andere Sprache gesprochen als Chris. Natürlich hält Chris sich nicht daran und wandert am nächsten Tag gut ausgerüstet wieder zur Ruine. Die große Sprengung steht kurz bevor und Chris vermutet, dass der Junge etwas mit den Pannen bei den Sprengungen seines Vaters zu tun hatte. Ganz abgesehen davon, dass er von Llewellyen einige Erklärungen zum vergangen Tag erwartet. Wieder verfolgt er den fremden Jungen. Die ganze Umgebung scheint sich gegen diese Verfolgung zu wehren doch Chris bleibt stur und geht weiter bis er zu einem Durchgang an einem Wasserfall kommt. Von dort betritt er eine ihm fremde Welt voller Feen, Elfen und Fabelwesen. Er erfährt, dass Llewellyen Teil dieser Welt ist und sie nur auf ihn gewartet haben. Denn nur er kann diese Welt retten. Das Volk der Milesier überrennt die Fabelwelt. Sie vernichten alles und jeden, der sich ihnen in den Weg stellt. Die einzige Hoffnung scheint ein Drache zu sein. Die ultimative Waffe, doch die hat ihre Kehrseite. Chris muss sich entscheiden, ob er sich der Aufgabe, die ihm anvertraut wird, stellt oder wieder in seine Welt zurückkehrt.

Mein Eindruck:
Ich liebe dieses Buch. Vom Stil her kann man es in die Sparte der Fantasy-Jugendbücher einordnen. Der Schreibstil ist schön flüssig und nicht zu anstrengend, also perfekt für Kinder und junge Jugendliche geeignet, aber auch für Erwachsene sehr zu empfehlen. Da ich diesen Monat wenig Zeit hatte, war ich sehr froh über die Kapiteleinteilung. Jedes Kapitel hatte eine angenehme Länge und war vom Inhalt her sehr gut abgestimmt. Ich bin normalerweise kein Fan davon im Zug ein Buch zu lesen, aber dieses Buch konnte ich auch nur mal 10 Minuten in die Hand nehmen, ohne mich darüber aufzuregen. 
Zudem hatte ich wirklich bis zum Ende keine Ahnung was wirklich geschehen würde, nur eine leichte Ahnung. Man bekommt sporadisch immer wieder einen Happen Informationen zugeworfen, der die Spannung aufrecht erhält. Da Chris die einzige Hauptfigur ist und man die Geschichte aus seiner Sicht verfolgen konnte, habe ich mich so gefühlt als wäre ich mit dabei, wie ein ständiger Begleiter. Auch der Charakter des Jungen macht es einem leicht sich mit ihm zu identifizieren. Chris ist keineswegs perfekt, er hat seine Fehler und ist am Anfang recht naiv. Aber genau das macht ihn sympathisch. Man erlebt wie er im Laufe des Buches reifer wird und seine Lektionen lernt, ohne dass es aufgesetzt wirkt. 
Für mich pesönlich war es auch schön zu sehen, dass die Figur des Drachen nicht verniedlicht wurde, wenn ich das mal so ausdrücken darf. Er ist kein Haustier oder zähmbarer Gefährte. Er ist das ultimative und wahre Böse, hässlich, ungestüm, wütend, riesig und voller magischer Kraft (und er spricht nicht... ), ein richtiger Drache eben. Einziges Manko für mich waren die vielen Tode, die rasch aufeinander folgten. Die Welt steht vor dem Untergang, natürlich sind Tode nicht zu vermeiden. Darum empfand ich es auch nicht als allzu störend, da es die Gesamtstimmung des Buches unterstützt hat. Für meinen persönlichen Geschmack war es nur einfach ein bisschen zu schnell. Die Mischung aus Happy End und tragischem Ende hat mich auch sehr von diesem Buch überzeugt und ich kann mit bestem Gewissen sagen, dass es sich einen Ehrenplatz in meinem Regal verdient hat. Hat ja auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel.

Mein Fazit:
Drachenfeuer ist ein ausgezeichnet geschriebenes Fantasy-Jugendbuch, dass Jung und Alt begeistern sollte. Hier werden Drachen noch wie echte Drachen dargestellt und nicht verniedlicht, wie es die letzten Jahre mit so vielen "Monstern" gemacht wurde. Die Story ist nicht einfach nur so dahin geschrieben. Man zieht aus diesem Buch auch eine gewisse Lehre und es regt zum Nachdenken an. Chris, die Hauptfigur, ist einem gleich sympathisch. Man fiebert regelrecht mit und möchte ihm bei seinen Entscheidungen beiseite stehen. Als Basis für die Feen- und Märchenwesen wurde die keltische Mythologie in abgewandelter Form verwendet, auf recht gelungene Art und Weise, wie ich finde. Die Aufteilung des Buches ist sehr gut geeignet um auch unterwegs kurze Passagen lesen zu können. Lest rein und ihr werdet schon nach den ersten Paar Seiten merken, ob dieses Buch etwas für euch ist.