Dienstag, 4. März 2014

Die Drachen der Tinkerfarm von Tad Williams und Deborah Beale





Eigentlich sollte es ein ganz normaler Ferienaufenthalt
 auf dem Land werden, aber was Tyler und Lucinda 
auf der geheimnissvollen Tierfarm ihres Onkels erleben
 übersteigt jede Vorstellungskraft.
 

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Seiten: 380 
Verlag: Klett-Cotta
Preis: 19,95€
ISBN: 978-3-608-93821-0 





Die Drachen der Tinkerfarm habe ich mir einmal zu irgendeinem Anlass von meinen Eltern gewünscht, da ich die Bücher von Tad Williams immer sehr gern lese. Darum möchte ich dieses Buch natürlich auch für die Einmal durchs Regal Challenge als Nebenaufgabe einreichen, die da heisst:

Lest ein Buch, welches ihr geschenkt bekommen oder gewonnen habt.

Da die Bücher von Tad Williams immer gleich riesen Wälzer sind, war ich diesmal recht überrascht, dass es doch so "dünn" ausfällt. Die Drachen der Tinkerfarm hatte er jedoch mit seiner Frau zusammen geschrieben und ist anders als seine anderen Werke eher in die Kinder-/Jugendliteratur einzuordnen. Die Länge des Buches ist somit vollkommen verständlich. Der Schreibstil ist auch nicht ganz so anspruchsvoll wie in seinen anderen Büchern, eben an das Alter der Zielgruppe angepasst. Es handelt sich außerdem um den ersten Teil einer Reihe. So weit ich weiß sollen es insgesamt fünf Bände werden. Der zweite Band Die Geheimnisse der Tinkerfarm ist bereits erschienen.

Die Story:
Die zwei Geschwister Tyler und Lucinda sind gezwungen Ihre Ferien in der Einöde zu verbringen. Ihr Vater hat sie schon vor einiger Zeit verlassen und Ihre Mutter versucht zwanghaft durch ein Single-Camp den Mann ihrer Träume zu finden, um der Einsamkeit zu entfliehen. Das geht natürlich nicht mit den zwei Teenagern. So kommt es gelegen, dass ihnen ein unbekannter Onkel namens Gideon anbietet die Ferien auf seiner Farm zu verbringen. Ohne die Konsequenzen wirklich zu bedenken, schickt ihre Mutter sie auf die Tinkerfarm, zusammen mit einem Buch das von feuerspeienden Kühen erzählt. Lucinda, die ältere Schwester von Tyler, ist ein typisches Teenager-Mädchen, dass sich für Stars und Sternchen interessiert und natürlich auch Jungs. Sobald aber ein Problem auftritt, versucht sie vor diesem zu fliehen anstatt sich der Sache zu stellen. Tyler dagegen, typisch Junge und ganz der Zocker, kann den ganzen Tag auf seinem Handheld GameBoss spielen. Er scheint damit verwachsen zu sein und fast jeder Gedanke endet mit diesem Gerät. Auf der Tinkerfarm entwickelt er sich jedoch zu einem abentuerlustigen Jungen, der vor nichts zurückschreckt. Neugierig erkundet er die Farm. Niemand möchte Ihnen etwas über diesen mysteriösen Ort erzählen. Doch schon am ersten Tag entdeckt Tyler die geflügelte Affenfrau Zaza, die ihn etwas zu zeigen scheinen will. Unerschrocken folgt er Ihr und kann nicht glauben was er da in dem Krankenstall entdeckt - ein lebendiger Drache. Aber es gibt noch ganz andere Wesen auf der Tinkerfarm, die es zu entdecken gilt. Aber woher kommen diese Wesen? Das versuchen Tyler und Lucinda herauszufinden. Die wundersamen Bewohner der Tinkerfarm versuchen, aber genau eben dies zu verhindern.

Mein Eindruck:
Die Drachen der Tinkerfarm ist meiner Meinung nach ein sehr schönes Jugendbuch. Die Story ist sehr angenehm und einfach geschrieben. Durch die eher geringe Seitenanzahl lässt es sich locker in ein bis zwei Tagen durchschmökern. Dabei kann man bequem den Geist und die Seele baumeln lassen. Da das Buch aus der Sicht beider Kinder geschrieben wurde und man Einblick in beide Gedankenwelten bekommt, können Kinder bzw. Jugendliche sich sicherlich gut mit den zwei Hauptcharakteren identifizieren. Tyler und Lucinda sind einem sofort sympathisch. Man spürt die Wandlung und Aufregung dem langweiligen Alltagstrott endlich entfliehen zu können. Endlich passiert etwas in ihrem Leben. Sie erleben unfassbare Dinge und entkommen ihrer eigenen festgefahrenen Rolle. Auch als Geschwister kommen die Beiden sich näher als je zuvor, merken was für ein gutes Gespann sie doch eigentlich sind und dass sie sich aufeinander verlassen können. Die Rolle der Drachen und deren Rolle entsprechen nicht ganz meinem persönlichen Geschmack. Die Tinkerfarm fungiert wie eine Art Zoo für phantastische Wesen und genauso wirken die Drachen auch - wilde Tiere, aber dennoch gezähmt. Mir fehlt etwas das Bestialische. Dennoch sehr gut umgesetzt und es ging mir auch nicht auf die Nerven, da es nicht zu sehr verniedlicht wurde. Zu meiner Überraschung war mir an einer Stelle des Buches sogar etwas mulmig im Bauch und musste michb gruseln. Ich bin normaler Weise kein Fan von Horror und Psycho-Stuff, aber da war es gut platziert.

Was mir besonders gefallen hat, waren die Bleistift-Zeichnungen von Jan Reiser, die am Anfang jedes Kapitels einen Ausblick auf das nächste Kapitel geben. Ich habe hier ein paar besonders schöne Beispiele in Bildform für euch. Ganz rechts seht ihr die geflügelte Affen-Dame Zaza, die mir in der Geschichte recht ans Herz gewachsen ist.

made by Jan Reiser

Wer sich für Jan Reiser und seine Zeichnungen interessieren sollte, kann einfach mal auf seiner Hompage oder seinem Blog vorbeischauen.

Mein Fazit:
Tad Williams und Deborah Beale haben hier gute Arbeit geleistet. Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen kann ich dieses Fantasy-Jugendbuch nur wärmstens empfehlen. Tyler und Lucinda sind zwei wirklich liebenswerte Hauptfiguren, die euch auf eine Spurensuche der anderen Art mitnehmen werden. Viele phantastische Wesen und Wunder erwarten euch. Das Buch hat aber auch seine düsteren Seiten, was es zu einem vielseitigen Wegbegleiter für entspannte Stunden macht. Ganz klar: Wer auf Drachen steht sollte hier natürlich kräftig zulangen. Für die Liebhaber von schön ausgearbeiteten Büchern empfehle ich die deutsche Hardcover Ausgabe von der Hobbit Presse Klett-Cotta. Die wunderschönen Illustrationen geben euch bildlich einen noch besseren Blick auf die Geschehnisse.
Der zweite Teil der Reihe Die Geheimnisse der Tinkerfarm steht schon jetzt auf meiner To-buy Liste.