Donnerstag, 7. August 2014

Der Tänzer der Schatten von David Dalglish





Die Schattenkriege beginnen.

Er ist der Schatten, der über der Stadt Veldaren liegt. An seiner Klinge klebt Blut, aber sein Verstand ist die weit gefährlichere Waffe. Meuchelmörder, Spione und Diebe fürchten seinen Namen. Und doch ist er einer von Ihnen. Er ist der Wächter, und dies ist seine Geschichte.

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Autor: David Dalglish
Original-Titel: A Dance of Cloaks
Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-442-38322-1
Seiten: 544 Seiten
Preis: € 14,00 [D] | € 14,40 [A] | CHF 20,90 
Coverart: Isabelle Hirtz, Inkcraft   
unter Verwendung einer Fotografie von Katrin Diesner 



»Dalglish gehört zu den einflussreichen Vertretern einer neuen Generation an Fantasyautoren und spielt in der selben Liga wie Peter V. Brett ind Brent Weeks.« fantasy-faction.com

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Story:

Es herrschen drei mächtige Familien in der Stadt Veldaren, neben dem König selbst. Sie werden die Trifect genannt und stellen sich durch Ihren Reichtum und dem daraus folgenden Einfluß mit den Göttern gleich. Nur die Diebesgilden wagen es sich ihnen in den Weg zu stellen. Thren Felhorn, der Gildenmeister der Spinnen und grausamster aller Diebe, strebt einen Bund zwischen allen Gilden an, um die Trifect auszulöschen und selbst über Veldaren zu herrschen. Der Krieg zwischen den Schatten und den Trifect hält schon zu lange an und das Ende naht. Währenddessen bildet Thren seinen Sohn zum perfekten Killer aus. Dies ist sein Vermächtnis das er der Welt hinterlassen will, ein Erbe mit Blut getränkt. Doch der 13-jährige Aaron fängt langsam an zu zweifeln, ob sein Vater das Richtige tut.

Mein Eindruck:

Der Tänzer der Schatten ist der Anfang der Shadowdance-Reihe, die im Englischen breits vier Bände umfasst. Ich muss zugeben, dass ich bereits mehrere Tage um das Buch herumgeschlichen bin, in der Annahme ich wäre stark genug zu widerstehen. Leider falsch gedacht. Das Cover erinnerte mich stark an Brent Weeks Nightangel Trilogie und ich liebe dieses Design einfach! Zusätzlich brachte mich die Beurteilung von fantasy-faction.com auf der Rückseite des Buches noch mehr in Versuchung, da sie David Dalglish mit Brent Weeks und Peter V. Brett vergleichen. Beide sind einfach großartige Autoren, aber natürlich kann man nie wissen wie sehr man diesen Beurteilungen Glauben schenken kann. Dennoch griff ich zu und fing schon in der Straßenbahn an zu lesen.
Ich muss zugeben, dass ich kein Freund des Lesens in Öffentlichen Verkehrsmitteln bin, aber was soll ich sagen...Es war wirklich spannend. Natürlich liebe ich Geschichten über Diebe, Assassinen, Meuchelmörder, Schattenwesen etc., aber es muss auch passen. Und es hat gepasst.
Zu meinem Überraschen floß weit mehr Blut als angenommen und obwohl ich normalerweise nicht so schreckhaft bin, wenn es um Bücher geht, musste ich einige Male schon zusammenzucken. Bestimmte Situationen hatte ich mir doch etwas zu realistisch vorgestellt als beabsichtigt. Ich rutschte also immer tiefer in das Sofa oder zuckte unwillkürlich in der U-Bahn zusammen. Sicher ein lustiger Anblick.
Trotzdem gab es auch einige wenige Mankos. Zum einen war ich der Meinung gewesen, dass Aaron der Hauptcharakter dieses Buches ist. Jedoch nehmen eher sein Vater und viele andere zahlreiche Nebenfiguren diesen Part ein, was ich zu Anfang etwas schade fand. Je weiter die Story fortschritt umso mehr machten die vielen Figuren Sinn. Ich empfand es als immer weniger lästig und wartete nicht mehr fieberhaft auf den nächsten Teil mit Aaron.
Alle Charaktere sind mir ans Herz gewachsen und anders als erwartet verspürte ich keine Antipathie für die Trifect oder Thren. Jeder hat seinen ganz eigenen Standpunkt. Jeder ist auf seine Art das Gute oder auch das Böse. Ich wusste nicht für wen ich Partei ergreifen sollte und das war gut. Selten habe ich so etwas in einem Buch erlebt. Der Schreibstil hat mir besonders gefallen: Es erinnert mich im Deutschen ein wenig an Jugenbuchstil, aber an vielen Stellen tauchen vulgäre Ausdrücke und makabere Beschreibungen auf. Ich vermute, dass die englische Original-Ausgabe einen derberen Ton trägt und die Stimmung des Buches besser zur Geltung bringt. Trotzdem werde ich die nächsten Bände in der Original-Ausgabe verschlingen. Erstens sind sie schon erschienen und ich kann es kaum erwarten zu erfahren wie es weiter gehen wird und zweitens der Stimmung wegen.
Um zu den Charakteren zurückzukommen: Es gibt wie gesagt wahnsinnig viele! - die Trifect und deren Familie, reiche machtbesessene Adlige - die Diebesgilden und ihre Anführer, Mörder und Diebe ohne ein Gewissen - Thren, der gefährlichste und gerissenste von Allen - Aaron, ein  junger talentierter Dieb, der alles tut was sein Vater sagt, bis er ihm seine Menschlichkeit verwehrt - Kayla, eine gildenlose Informantin die durch ihre Geschicklichkeit mit den Messern zu Threns rechter Hand aufsteigt - der junge paranoide König mit seinem Hauptmann als Berater, der eigentlich alle Zügel in der Hand hält - die Oberhäupter der zwei Gottheiten - die Gesichtslosen und noch viele viele mehr. David Dalglish erklärt die Flut an Figuren in seinem Nachwort. Aaron ist ein Charakter aus einer anderen früheren Reihe. Sein Vater hat ihn darauf gebracht Aaron, der immer sein Ass im Ärmel für schlimme Situationen war, eine eigene Reihe zu widmen. Gesagt getan und er tobte sich buchstäblich aus. Er brachte immer mehr Figuren und Handlungsstränge ins Spiel. Author gone wild! sozusagen und veröffentlichte es auf eigene Faust. Es war ein totales Durcheinander mit vielen Logikfehlern, aber trotzdem, ZUM GLÜCK, sehr beliebt bei seiner Leserschaft. Dieses Buch, was ich nun lesen durfte, ist eine überarbeitete Fassung. Ich staune wie er sein eigenes Werk noch einmal dermaßen überarbeiten konnte, ohne schier den Verstand zu verlieren. Auch wenn man noch merkt, dass es etwas holprig ist, empfinde ich es als ein gelungenes Werk. Ich freue mich wahnsinnig auf den zweiten Teil.

Mein Fazit: 

Definitiv ein MUSS für alle Fans der Schatten-Fantasy! David Dalglish ist auf dem besten Weg zur Perfektion, um sich tatsächlich mit Peter V. Brett und Brent Weeks gleichstellen zu können. Es fehlt nur eine Haaresbreite, aber vielleicht hat er dies schon mit seinem zweiten Teil erreicht...wer weiß! Der Tänzer der Schatten ist ein sehr flüssiges und leicht verständliches Buch, deswegen würde ich es noch in die Jugendbuchabteilung einordnen, obwohl es teilweise etwas vulgär ist. Da es wie gesagt, eigentlich ein Experiment war, hat es trotzdem noch ein paar kleine Kinderkrankheiten, aber da kann man getrost drüber hinwegsehen.
Sonst hab ich eigentlich nur eins zu sagen: Lesen! Lesen! LESEN!

Also dann: Vielen Dank fürs Vorbeischauen und Viel Spaß beim Lesen~ ^~^v