Mittwoch, 29. Oktober 2014

Der Übergang von Justin Cronin

  

Bevor Sie das Mädchen von Nirgendwo 
wurde — das Mädchen, das plötzlich auftauchte, 
die Erste und Letzte und Einzige, 
die tausend Jahre lebte —,
 war sie nur ein kleines Mädchen aus Iowa und hieß Amy. Amy Harper Bellafonte.
   

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Autor: Justin Cronin
Seiten: 1.024 Seiten
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-31170-5
Preis: € 22,95 [D] | € 23,60 [A] | CHF 32,90
Cover: ???



Das Mädchen Amy ist gerade einmal sechs Jahre alt, als es von zwei FBI-Agenten entführt und auf ein geheimes medizinisches Versuchsgelände verschleppt wird. Man hat lange nach Amy gesucht: der optimalen Versuchsperson für ein mysteriöses Experiment, das nichts Geringeres zum Ziel hat, als Menschen unsterblich zu macuhen. Doch dann geht irgendetwas schief — völlig schief. Von einem Tag auf den anderen rast die Welt dem Untergang entgegen. Und nur eine kann die Menschheit vielleicgt noch retten: Amy Harper Bellafonte.

Einmal durchs Regal


Nebenaufgabe Oktober

Lest ein Buch in dem entweder Vampire, Geister, Zombies und/oder Werwölfe

eine Rolle spielen 

 

 

Die Story:
Die sechsjährige Amy Harper Bellafonte wird von ihrer verzweifelten Mutter schweren Herzens in einem Nonnenkloster zurückgelassen. Schon hier erkennen die Nonnen, dass Amy etwas anders is als gewöhnliche Menschen. Die zwei FBI-Agenten Wolgast und Doyle entreißen jedoch das stumme Mädchen aus den Armen der ebenfalls recht mysteriösen Schwester Lacey. Wolgasts Aufgabe ist es Amy zu einer abgeschiedenen Militärbasis zu bringen. Dort soll Sie an einer streng geheimen Versuchsreihe teilnehmen, die zum Ziel hat dem Menschen durch einen Virus zur Unsterblichkeit zu verhelfen. Wie zu erwarten gerät jedoch alles außer Kontrolle und die Zombie-Vampir-Apokalypse bricht los. Die Zwölf, Amys Vorgänger, gescheiterte Experimente und Vampir-ähnliche Zombiegestalten, sind aus der Militärbasis ausgebrochen und leiten den Untergang der Welt, wie wir sie kennen, ein.
Wolgast bringt Amy nur knapp aus diesem Chaos heraus, aber der Virus hat Sie verändert. Amy und Wolgast sind auf der Flucht und verstecken sich vor Allem und Jedem. Doch auf einmal ist Amy auf sich allein gestellt und streift für fast 100 Jahre allein durch die Welt, bis sie auf Peter und seine Kolonie in Kalifornien trifft.

Mein Eindruck:
Es ist der erste Teil der Passage-Trilogie und ein verdammt fetter Wälzer. Das Buch strotzt nur so vor Detailreichtum und leider auch Schachtelsätzen. Ich hatte die Ehre die ersten 200 +/- ein paar Seiten vorlesen zu dürfen. Ich bin jetzt nicht gerade der beste Vorleser, aber so oft bin ich noch nie über meine eigene Zunge gestolpert. Still gelesen war es für mich um einiges einfacher. Man könnte sagen, dass Justin Cronin es etwas mit den Beschreibungen übertreibt und dabei die Handlung vergisst. Für mich persönlich war es eine gelungene Unterstützung für die melancholische Endzeitstimmung, auch wenn es anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist. 
Das Buch mag wie ein Zombie-Vampir-Apokalypse-Film aufgebaut sein, hat dabei aber wenig von der Aktionschiene. Die aufregenden Szenen sind recht kurz und lassen lang auf sich warten. Mehr als die Hälfte des Buches ging für den Aufbau der Handlung drauf, so dass man am Ende dieses Buches das Gefühl hat: "Jetzt gehts erst so richtig los!" In seinem Detailreichtum hat Cronin nicht nur viel Wert auf die Umgebung sondern auch den Ausbau der Charaktere gelegt. Und damit meine ich nicht nur die Hauptfiguren, dessen Rolle nicht nur, wie man vermuten mag, Amy zusteht. Amy kommt sogar eine ganze Weile gar nicht vor. 
Die Charaktere haben alle mit ziemlich vielen Problemen zu kämpfen. Und dabei meine ich nicht einmal die Infizierten Virals sondern vorallem seelische Probleme. Wer bin ich? Was soll ich tun? Was ist meine Bestimmung? Sind wir die Letzten? Gibt es noch Rettung? - usw. 
Trotz der vielen seelischen Fragen wurde mir das Buch nie langweilig und ging mir auch nicht auf den Keks. Besonders hervorzuheben ist der Switch zwischen normalen Erzählstil, Tagebuch-Schriften, E-Mails, Militärberichten und Gesetzestexten. Das Buch ist in 10 Teile eingeteilt und verkörpert die verschiedenen Phasen der "Apokalypse". Am Ende des Buches wird klar: Das ist erst der Anfang. Der Krieg beginnt hier und jetzt. Alles, was bisher geschah, führte zu dieser Entscheidung und Manchem scheint dieses Schicksal schon vor 100 Jahren vor ihrer Geburt vorherbestimmt gewesen zu sein.

Mein Fazit:
Wer nicht die Ausdauer hat sich durch so einen seitenstarken Wälzer zu kämpfen, Beschreibungen und Vergangenheitsaufarbeitung nichts abgewinnen kann und mehr auf aktionreiche Handlung steht, sollte die Finger von diesem Werk lassen. Allen anderen kann ich dieses Buch nur empfehlen. Ich empfinde diese Zombievampire sogar eher als antiklischeehaft  und interessant. Ich frage mich noch immer, ob die Bösartigkeit der Virals nicht eher ein Wesen der Zwölf oder der Natur des Virus ist. Man kommt richtig in Endzeitstimmung.

Der zweite Teil der Passage-Trilogie - Die Zwölf -  ist bereits erschienen.